von Altes Gymnasium
Drei Wochen Musik in den USA
Drei Wochen lang waren die Jugend Big Band Flensburg am Alten Gymnasium und der Kammerchor in den USA unterwegs. Eine Reise voller Musik, persönlicher Begegnungen und neuer Freundschaften und zugleich die Fortsetzung einer deutsch-amerikanischen Austauschgeschichte, die vor rund 30 Jahren begann.
Deutsche und amerikanische Jugendliche stehen gemeinsam auf der Bühne, spielen Jazz und Funk und begeistern ihr Publikum. Was beim Abschlusskonzert in Easton (Pennsylvania) zu erleben war, ist weit mehr als ein gemeinsamer musikalischer Auftritt. Es ist Ausdruck einer Freundschaft, die seit rund drei Jahrzehnten über den Atlantik hinweg gepflegt wird.
Mit insgesamt 40 Teilnehmenden reisten die Jugend Big Band Flensburg und der Kammerchor im Oktober 2026 in die USA. Die dreiwöchige Jugendbegegnung führte sie von Pennsylvania über Washington bis nach North und South Carolina. Im Mittelpunkt standen gemeinsame Proben und Konzerte, Schulbesuche und vor allem persönliche Begegnungen mit amerikanischen Jugendlichen und ihren Familien.
Easton: eine Freundschaft über Generationen
Eine besondere Rolle spielte der Aufenthalt in Easton. Seit rund 30 Jahren besteht die musikalische Austauschpartnerschaft mit der Easton Area High School. Während ihres Aufenthalts lebten die deutschen Jugendlichen bei amerikanischen Gastfamilien, nahmen am Schulalltag teil und musizierten gemeinsam mit der Easton Jazz Band.
Gerade das Leben in den Gastfamilien macht diesen Austausch so wertvoll. Die Jugendlichen lernen den amerikanischen Alltag aus nächster Nähe kennen, entdecken Unterschiede und Gemeinsamkeiten und schließen neue Freundschaften. Manche Gastfamilien begleiten das Projekt bereits seit Jahrzehnten und haben mehrere Generationen junger Musiker aus Flensburg aufgenommen.
Musikalischer Höhepunkt des Aufenthalts war das gemeinsame Abschlusskonzert. Hier standen deutsche und amerikanische Jugendliche zusammen auf der Bühne und zeigten, was sie in den gemeinsamen Proben erarbeitet hatten. Auch ein Auftritt vor amerikanischen Grundschulkindern wurde zu einem besonderen Erlebnis: Die jungen Zuhörer ließen sich von der Musik begeistern und begannen spontan zu tanzen.
Begegnungen im amerikanischen Süden
Nach dem Aufenthalt in Easton führte die Reise weiter nach Washington und anschließend in die Südstaaten. Auch in North und South Carolina standen persönliche Begegnungen im Mittelpunkt. Amerikanische Familien öffneten ihre Häuser, und bei gemeinsamen Aktivitäten und musikalischen Auftritten entstanden neue Kontakte.
Eine besondere Bedeutung hat Statesville in North Carolina. Hier liegen wichtige Wurzeln des deutsch-amerikanischen Austauschs. Seit seinen Anfängen haben engagierte Mitglieder der St. John’s Lutheran Church dazu beigetragen, Besuche, Konzerte und Unterkünfte für die jungen Musiker aus Flensburg zu ermöglichen.
Wie lebendig diese Freundschaft geblieben ist, zeigte sich beim Konzert in der Kirche. Das Publikum ließ sich von der Musik mitreißen, und als die Big Band zum Abschluss „Uptown Funk“ spielte, hielt es niemanden mehr auf den Plätzen: Die ganze Kirche tanzte mit.
Amerika jenseits der Schlagzeilen
Die Jugendbegegnung fand in einer politisch bewegten Zeit statt, kurz vor den amerikanischen Zwischenwahlen. Gerade vor diesem Hintergrund war es für die Jugendlichen eine besondere Erfahrung, die USA nicht nur aus den Nachrichten kennenzulernen, sondern das Leben amerikanischer Familien und Schulen unmittelbar mitzuerleben.
Persönliche Gespräche, gemeinsames Musizieren und das Zusammenleben in den Gastfamilien eröffneten Einblicke in unterschiedliche Perspektiven. Dabei wurde immer wieder deutlich, wie viel Menschen aus verschiedenen Ländern miteinander verbindet.
Internationale Jugendbegegnungen können politische Konflikte nicht lösen. Aber sie können Verständnis füreinander fördern, Vorurteile abbauen und Freundschaften entstehen lassen, die über viele Jahre Bestand haben.
Eine Freundschaft mit Zukunft
Was von diesen drei Wochen bleibt, sind nicht nur Erinnerungen an Konzerte, große Städte und beeindruckende Orte. Es sind vor allem die Menschen, denen die Jugendlichen begegnet sind, die gemeinsamen Erlebnisse und die Freundschaften, die daraus entstehen können.
Im Mai 2027 werden die amerikanischen Musiker aus Easton zum Gegenbesuch in Flensburg erwartet. Damit wird eine Austauschtradition fortgesetzt, die schon viele Generationen junger Menschen miteinander verbunden hat.
Die deutsch-amerikanische Jugendbegegnung wurde unter anderem durch das Goethe-Institut gefördert.