von Altes Gymnasium

Wenn Sehen nicht selbstverständlich ist

Im Philosophiekurs der fünften Klasse dreht sich gerade alles um das Thema „Wirklichkeit und Wahrnehmung“. Heute wurde dieses Thema besonders anschaulich: Klaus und Jordan, zwei blinde Menschen, waren zu Besuch und erzählten den Schülerinnen und Schülern von ihrem Alltag und ihrem Leben.

Natürlich hatten die beiden einiges mitgebracht: ihre Blindenstöcke, mehrere Mobiltelefone und verschiedene Hilfsmittel, die sie im Alltag nutzen. Eines der Telefone konnte zum Beispiel Texte und Informationen vorlesen. Besonders spannend waren die Brillen, die verschiedene Augenerkrankungen simulieren. Die Schülerinnen und Schüler konnten sie selbst ausprobieren und erleben, wie sich die Wahrnehmung verändert, wenn das Sehen eingeschränkt ist. Auch die Blindenschrift konnten sie selbst ertasten. Mithilfe von Legosteinen mit erhabenen Punkten bekamen sie einen kleinen Eindruck davon, wie sich die Brailleschrift anfühlt.

Danach war Zeit für viele Fragen – und die Schülerinnen und Schüler hatten jede Menge davon. Sie wollten wissen, wovon blinde Menschen träumen, wie sie Farben wahrnehmen und wie man die Brailleschrift lernt. Auch die Frage, warum Klaus eine Brille trägt, obwohl er blind ist, wurde natürlich beantwortet.

Der Besuch zeigte auf eindrucksvolle Weise: Wahrnehmung ist viel mehr als Sehen. Unsere Sinne helfen uns auf unterschiedliche Weise dabei, die Welt um uns herum wahrzunehmen und zu verstehen. So wurde das Thema „Wirklichkeit und Wahrnehmung“ ganz praktisch und persönlich erlebbar.

Ein herzliches Dankeschön geht an Klaus und Jordan für ihren Besuch, ihre Offenheit und die vielen spannenden Einblicke in ihren Alltag!

M. Haupt